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Ardennen

Sehenswürdigkeiten in den Ardennen

Sehenswürdigkeiten, Sagen & Kultur – die Stopps, die eine Tour erst rund machen.

Sehenswert

Sehenswürdigkeiten in den Ardennen: Burgen über Semois, Our und Maas

Die Ardennen verbinden Fahrspaß mit einer Dichte an Burgen, Flussstädten und Aussichtspunkten, wie sie in einem Mittelgebirge selten ist. Fast jedes Ziel liegt an einer Strecke, die ohnehin auf der Tourenliste steht.

Bouillon und das Semois-Tal

Bouillon liegt in einer engen Schleife der Semois in den belgischen Ardennen. Hoch über dem Ort thront die Burg Bouillon, die als ältestes Zeugnis des Feudalwesens in Belgien gilt. Die Kernanlage stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert zur Festung ausgebaut. Bekannt wurde sie durch Gottfried von Bouillon, der von hier zum Kreuzzug aufbrach. Die Burg ist zu besichtigen; in der Hauptsaison (April bis September) hat sie täglich ab 10 Uhr geöffnet, im Hochsommer bis in den frühen Abend. Ein kombinierter City Pass bündelt Burg, Museum und das Archéoscope Godefroid de Bouillon – ideal, wenn das Wetter umschlägt. Parken lässt sich im Ort am Flussufer; die Anfahrt über die kurvige Talstraße ist Teil des Vergnügens.

Vianden im Our-Tal

Im luxemburgischen Norden, hoch über dem Fluss Our, steht die Burg Vianden – eine der größten und schönsten feudalen Residenzen der romanischen und gotischen Zeit in Europa. Die Anlage wurde vom 11. bis 14. Jahrhundert auf den Fundamenten eines römischen Kastells errichtet und liegt hoch über dem Fluss. Von 1417 bis zur Französischen Revolution war sie im Besitz des Hauses Oranien-Nassau. Die Burg ist täglich ab 10 Uhr geöffnet; von April bis September bis 18 Uhr, in den Wintermonaten kürzer. Wer hinauffährt, parkt unterhalb der Burg; alternativ verbindet ein Sessellift den Ort mit der Höhe. Das mittelalterlich geprägte Städtchen am Fuß der Burg lädt selbst zum Bummeln ein.

La Roche-en-Ardenne

La Roche-en-Ardenne schmiegt sich an eine Schleife der Ourthe. Über dem Städtchen ragen die Ruinen einer mittelalterlichen Feudalburg auf, errichtet zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert. La Roche ist ein beliebter Ausgangspunkt für Touren und bietet neben der Burgruine ein Museum zur Ardennenschlacht. Der Ort liegt verkehrsgünstig im Herzen der belgischen Ardennen und eignet sich gut als Mittagsstopp; Parkplätze gibt es am Flussufer. Die Anfahrt führt aus allen Richtungen durch enge, bewaldete Talstraßen entlang der Ourthe.

Durbuy

Durbuy an der Ourthe wirbt mit dem Titel „kleinste Stadt der Welt“ – ob das stimmt, ist umstritten, der Charme der verwinkelten Gassen aus alten Bruchsteinhäusern aber unbestritten. Den Stadttitel erhielt der Ort bereits 1331. Die engen Gassen sind weitgehend autofrei; das Motorrad bleibt am ausgeschilderten Parkplatz am Ortsrand. Durbuy ist zudem für seine Gastronomie und regionale Spezialitäten wie Ardennenschinken bekannt – ein guter Ort für eine längere Einkehr.

Dinant an der Maas

Dinant liegt eingeklemmt zwischen Felswand und Maas (französisch Meuse), überragt von der Zitadelle und der markanten Stiftskirche. Die Zitadelle ist von April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, im Winter mit kürzeren Zeiten; der Eintritt schließt eine geführte Besichtigung und die Hin- und Rückfahrt mit der Seilbahn ein. Dinant ist der Geburtsort von Adolphe Sax, dem Erfinder des Saxophons, der hier am 6. November 1814 zur Welt kam. An sein Geburtshaus erinnert ein Museum, durch die Stadt verteilen sich überdimensionale Saxophone in den Farben europäischer Länder. Parken ist am Maasufer möglich; in der Hauptsaison empfiehlt sich eine frühe Anfahrt.

Botrange und die Stauseen am Hohen Venn

Am Signal de Botrange steht direkt an der Straße ein Aussichtsturm, dessen Stufen genau sechs Meter überwinden – wer hinaufsteigt, erreicht damit symbolisch die runde Höhe von 700 Metern. Ein Café und ein Naturparkzentrum liegen unmittelbar daneben. Rund um das Venn liegen mehrere Stauseen: die Gileppe-Talsperre bei Goé, deren ursprüngliche Mauer 1878 von König Leopold II. eingeweiht wurde, und die Talsperre Robertville unterhalb von Ovifat. Beide bieten Parkplätze und Aussichtspunkte und sind als Stopp gut in eine Venn-Runde einzubauen.

Kultur & Sagen

Bayardfelsen, Riesengrab und Irrlichter: Sagen der Ardennen

Die Ardennen sind ein altes Land, und ihre Felsen und Wälder tragen Geschichten, die seit Jahrhunderten weitererzählt werden. Drei davon begegnen einem auf einer Tour fast zwangsläufig.

Motorrad auf einer Landstraße durch die Ardennen
Unterwegs auf den Ardennenstraßen

Die bekannteste rankt sich um den Bayardfelsen (französisch Rocher Bayard) am rechten Maasufer bei Dinant – eine schmale, hoch aufragende Felsnadel, die durch einen tiefen Spalt vom übrigen Fels getrennt ist. Der Sage nach stammt dieser Spalt vom Zauberross Bayard: Es trug die vier Haimonskinder auf seinem Rücken auf der Flucht vor der Rache Karls des Großen in die Ardennen, und ein einziger Hufschlag soll den Fels gespalten haben. Tatsächlich wurde der Durchlass später für eine Uferstraße in den Stein gesprengt. Wer von Dinant flussaufwärts fährt, passiert den Felsen direkt am Straßenrand.

Am Tombeau du Géant bei Botassart unweit von Bouillon, einem von der Semois umschlungenen Bergrücken, der von oben an einen Sarkophag erinnert, lebt eine andere Sage. Der Überlieferung nach soll sich hier ein gallischer Riese nach einer verlorenen Schlacht in den Tod gestürzt haben, statt als Gefangener nach Rom geführt zu werden; ein alter Mann habe ihn auf diesem Hügel begraben, der seither „Grab des Riesen“ heißt. Der Aussichtspunkt darüber zählt zu den meistfotografierten Motiven Belgiens.

Über dem Hohen Venn schließlich liegt eine Stimmung, aus der seit jeher Geschichten von Irrlichtern und Hexen erwachsen sind. Das weite, neblige Moor, in dem ein Tritt neben den Bohlenweg gefährlich werden kann, war der Sage nach ein Ort, an dem unvorsichtige Wanderer die Orientierung verloren und nie zurückkehrten. Auch das Wildschwein (französisch sanglier), das Wappentier der Ardennen, taucht in zahllosen lokalen Erzählungen als listiges, schwer zu fassendes Tier auf – und begegnet einem auf der Speisekarte ardennischer Gasthäuser ebenso oft wie im Wald.

Sehenswert

Ardennenoffensive, Trappistenbier und Burginnenräume: Stopps für Regentage

Das ardennische Wetter schlägt schnell um, und die Region hat genug überdachte Ziele, um einen Regentag zu füllen.

Das prägendste Kapitel der jüngeren Geschichte ist die Ardennenoffensive, im Englischen Battle of the Bulge. Vom 16. Dezember 1944 bis 25. Januar 1945 führte die deutsche Wehrmacht hier eine letzte große Gegenoffensive gegen die vorrückenden Alliierten. Zentraler Erinnerungsort ist Bastogne: Das Mardasson-Denkmal, 1950 eingeweiht, hat die Form eines fünfzackigen Sterns und erinnert an die amerikanischen Gefallenen und Vermissten der Schlacht. Direkt daneben liegt das 2014 eröffnete Bastogne War Museum, das den Verlauf der Schlacht und den Alltag der Truppen im Winter 1944/45 multimedial aufbereitet und als das wichtigste Museum seiner Art zur Schlacht gilt. Für Denkmal und Museum zusammen sollte man mehrere Stunden einplanen; der große Parkplatz liegt direkt am Haus, und Bastogne ist damit auch ein sinnvolles Etappenziel für die östlichen Ardennen.

Von den Burgen der Region taugen zum Regentag vor allem die mit Innenräumen: Bouillon mit dem Archéoscope, die ganzjährig geöffnete Burg Vianden und die per Seilbahn erreichbare Zitadelle von Dinant. In La Roche-en-Ardenne ist die Burg selbst eine Freiluftruine – dort ist das Museum zur Ardennenschlacht im Ort der wettersichere Teil.

Ein eigenes Thema ist die Bier- und Klosterkultur. In den Ardennen liegen zwei der weltweit nur wenigen anerkannten Trappisten-Brauereien: die Abtei Notre-Dame de Saint-Rémy bei Rochefort und die Abtei Orval, tief im Süden nahe der französischen Grenze, gegründet 1132. Nur fünf belgische Biere dürfen das geschützte Label „Authentic Trappist Product“ tragen – Chimay, Orval, Westvleteren, Westmalle und Rochefort. Die Klöster selbst sind meist nicht frei zugänglich, doch Orval bietet Einblicke in die Ruinen der alten Abtei und ein Besucherzentrum mit interaktiver Ausstellung zur Klosterbraukunst; verkostet wird das Bier an Ort und Stelle.

Sehenswert

Naturstopps in den Ardennen: Moorbohlenwege, Tabakdörfer, Flussufer

Die Landschaft selbst ist in den Ardennen die Hauptattraktion, und sie wechselt auf engem Raum stark: bewaldete Hochflächen, tief eingeschnittene Flusstäler, offenes Moor.

Das Herzstück im Osten ist der grenzüberschreitende Naturpark Hohes Venn–Eifel (französisch Hautes Fagnes–Eifel), 1971 aus dem belgischen und dem deutschen Teil zusammengeführt. Kilometerlange Bohlenwege führen durch das empfindliche Moor, eines der größten Hochmoore Mitteleuropas – das Naturparkzentrum bei Botrange ist ein guter Ausgangspunkt mit Karten, Ausstellung und Parkplatz. Wichtig: Das Moor ist Naturschutzgebiet, das Verlassen der markierten Wege ist verboten und gefährlich.

Ganz anders die Flusstäler: An der Semois liegen die klassischen Aussichtspunkte bei Membre, Vresse und über der Schleife bei Botassart; schon Victor Hugo soll diesen Winkel des Flusses bewundert haben. Die Region um Vresse-sur-Semois ist vom alten Tabakanbau geprägt, alte Tabaktrockenspeicher stehen noch in den Dörfern. Im Norden Luxemburgs prägt das Our-Tal das Bild, im Westen die Maas bei Dinant. Aussichtspunkte, Stauseeufer und kleine Flussstrände bieten überall natürliche Pausenplätze. Wer Ruhe sucht, findet sie abseits der bekannten Orte schnell – schon wenige Kilometer neben den Hauptachsen wird es spürbar einsamer.

Die Flusstäler als Fahrachsen: Semois, Ourthe, Amel

Eine Tagesetappe in den Ardennen plant man entlang eines Flusses. Die Täler sind die einzigen Linien, die das Plateau über längere Distanzen durchziehen, und sie geben dem Fahren einen Takt vor, der sich von den Mittelgebirgen östlich der Grenze deutlich unterscheidet. Der Grund liegt in der Entstehung: Die Flüsse schlängelten sich bereits, als das Land noch flach dalag, und sägten ihre Schleifen beim Aufstieg des Schiefergebirges in den Fels. Zurück bleiben eingeschnittene Mäander — Schlingen mit steilen Prallhängen, flachen Gleithängen und schmalen Umlaufbergen dazwischen.

Fürs Motorrad bedeutet das einen unregelmäßigen Rhythmus. Auf einen langgezogenen Bogen am Gleithang folgt der enge Gegenbogen um den Felssporn, dann steht die Straße vor der Wahl, dem Wasser weiter zu folgen oder über den Umlaufberg abzukürzen. An der Semois zwischen Bouillon und der französischen Grenze gibt es aus diesem Grund keine durchgehende Uferstraße: Einzelne Schleifen sind schlicht nicht erschlossen, die Fahrbahn klettert stattdessen auf die Hochfläche, quert offene Felder und fällt hinter der nächsten Schlinge wieder ins Tal. Wer bei Rochehaut über der Schleife von Frahan steht, sieht diesen Mechanismus in einem Bild.

Die Ourthe arbeitet anders. Sie entsteht erst aus zwei Oberläufen, der westlichen und der östlichen Ourthe, die sich unterhalb von Nisramont vereinigen; dort staut eine Talsperre das Wasser. Ab da wird das Tal breiter und die Straßenführung flüssiger, mit langen Zügen zwischen Houffalize, La Roche-en-Ardenne und Durbuy, bevor der Fluss bei Lüttich die Maas erreicht. Das Ameltal — französisch Amblève — liefert das dritte Muster: oben ein weiches, offenes Wiesental im Osten, weiter flussabwärts ein enger Einschnitt mit Felsdurchbrüchen. Bei Coo haben Mönche der Abtei Stavelot im 18. Jahrhundert den Hals einer Flussschleife durchstochen; seither stürzt das Wasser dort über eine Stufe, und der abgeschnittene Mäanderbogen liegt als trockene Schlaufe daneben. Drei Flüsse, drei Fahrbilder, alle an einem Tag erreichbar.

Francorchamps: eine Rennstrecke, die auf Landstraßen begann

Der Circuit von Spa-Francorchamps ist keine auf der grünen Wiese gezeichnete Anlage, sondern der Rest eines Straßendreiecks. Der ursprüngliche Kurs der 1920er Jahre führte über öffentliche Straßen zwischen Francorchamps, Malmedy und Stavelot und war rund doppelt so lang wie die heutige Strecke. Erst Ende der 1970er Jahre wurde er auf den kompakten, permanenten Kurs im Wald verkürzt. Der lange Rest des alten Dreiecks ist bis heute normale Landstraße — die Abfahrt Richtung Malmedy, der schnelle Knick bei Masta, der Wiederaufstieg von Stavelot her. Wer diese Verbindung fährt, fährt Renngeschichte im Alltagsverkehr, mit Kreuzungen, Ortstafeln und Gegenverkehr. Genau so sollte man sie auch behandeln.

Die heutige Strecke gehört zu den längsten im internationalen Rennkalender und überwindet über hundert Höhenmeter zwischen tiefstem und höchstem Punkt. Ihre Berühmtheit verdankt sie einer Kombination aus Steigung und Kurve: Der Anstieg des Raidillon nach der Senke der Eau Rouge führt blind über die Kuppe auf die lange Gerade. Und sie liegt im selben Wettersystem wie das Venn nebenan — die Strecke ist lang genug, dass es an einem Ende regnen kann, während das andere trocken bleibt. Wer die Anlage von innen sehen will, braucht einen Trackday-Termin oder eine Führung; spontan auf die Strecke kommt niemand.

Rennwochenenden verändern die halbe Region. Zum Formel-1-Grand-Prix, zum 24-Stunden-Rennen und zu den Läufen der Langstrecken-Weltmeisterschaft füllen sich Hotels und Campingplätze weit über Malmedy und Stavelot hinaus, teils bis in die Eifel und nach Luxemburg. Auf den Zufahrten stehen Verkehrsführungen, Einbahnregelungen und Shuttleverkehr; die Nebenstraßen um Francorchamps sind an diesen Tagen alles andere als eine ruhige Kurvenrunde. Die Termine wechseln von Jahr zu Jahr; wer in dieser Ecke übernachtet, plant entweder um sie herum oder gezielt auf sie zu.

Panzer, Mulden, Wiederaufbau: die Offensive im Gelände

Die Ardennenoffensive ist in dieser Region kein Museumsthema, sondern eine Schicht, die beim Fahren sichtbar bleibt. In Houffalize steht ein deutscher Panther am Ufer, in La Roche-en-Ardenne ebenfalls ein Panzer im Ort, auf dem zentralen Platz von Bastogne ein amerikanischer Sherman. Nördlich von Bastogne, in den Wäldern bei Foy und Bizory, zeichnen sich im Boden noch die Mulden der Schützenlöcher ab. An der Kreuzung von Baugnez bei Malmedy erinnert eine Gedenkstätte an die Erschießung amerikanischer Kriegsgefangener.

Auch die Dörfer selbst erzählen davon, allerdings indirekt. Wer sich wundert, warum viele Ortskerne im Osten und entlang der Ourthe so nüchtern und einheitlich wirken, hat die Antwort vor Augen: Sie sind Wiederaufbau der 1950er Jahre. Sankt Vith wurde nahezu vollständig zerstört, Houffalize und La Roche traf es schwer. Fachwerk und Bruchstein stehen dort, wo die Front vorbeizog, kaum noch.

Zwei praktische Folgen. Erstens: Rund um Elsenborn liegt ein aktiver Truppenübungsplatz; Sperrungen, Schießzeiten und militärischer Verkehr auf den Zufahrten sind dort normaler Alltag und keine Ausnahme. Zweitens: In den Wäldern liegt weiterhin Munition aus dem Winter 1944/45. Grabungen und Sondengehen sind in Belgien reglementiert, und Fundstücke am Wegrand gehören nicht in den Tankrucksack, sondern gemeldet.

Neun Gemeinden, zwei Amtssprachen: Ostbelgien als Scharnier

Belgien hat drei Amtssprachen, und die kleinste Sprachgemeinschaft liegt genau im Fahrgebiet. Die Deutschsprachige Gemeinschaft umfasst neun Gemeinden im Osten der Provinz Lüttich — Eupen, Kelmis, Lontzen, Raeren, Bütgenbach, Büllingen, Amel, Sankt Vith und Burg-Reuland — mit rund 77.000 Einwohnern und eigenem Parlament in Eupen. Das Gebiet kam nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Versailler Vertrag als Eupen-Malmedy zu Belgien. Die Stadt Malmedy und die Gemeinde Waimes gehörten zu diesem Paket, sind aber französischsprachig geblieben — die Sprachgrenze verläuft also mitten durch das historische Gebiet.

Im Alltag merkt man das an drei Dingen. Erstens an der Beschilderung: Innerhalb der neun Gemeinden ist sie deutsch, ein paar Kilometer weiter westlich oder südlich ausschließlich französisch. Zweitens an den Doppelnamen — Amel und Amblève, Sankt Vith und Saint-Vith, Büllingen und Bullange, Bütgenbach und Butgenbach bezeichnen jeweils denselben Ort. Wer sein Navigationsgerät auf Deutsch füttert und dann französischen Wegweisern folgt, sucht mitunter zwei Ziele, die identisch sind. Auf französischen Schildern heißt Lüttich Liège und Aachen Aix-la-Chapelle; das ist die häufigste Verwirrung an der Nordflanke. Drittens an der Verständigung: Im Osten kommt man mit Deutsch überall durch, in Werkstätten wie an der Tankstelle. Wenige Kilometer weiter, etwa im Ourthe- oder Semoistal, ist Französisch die Alltagssprache, und ein paar Brocken davon erleichtern jeden Stopp.

Landschafts-Highlights, die du mit dem Motorrad erreichst

Signal de Botrange (Hohes Venn)

Höchster Punkt Belgiens mitten im Hochmoor des Hohen Venns; vom aufgeschütteten Baltia-Hügel und dem Signalgebäude öffnet sich der Rundblick über die offene Fagnes-Landschaft. Klassischer Kaffee- und Foto-Stopp auf der Kammfahrt.

Anfahrt
An der N68 (Route de Botrange), die das Plateau zwischen Eupen und Malmedy/Waimes quert.
Motorrad-Parken
Großer Parkplatz direkt am Signalgebäude und Naturparkzentrum an der N676; für Motorräder problemlos.
Öffnungszeiten
Aussichtspunkt frei zugänglich (Naturschutzgebiet, markierte Wege beachten)
Höhe/Aussicht
694 m ü.M. – höchster Punkt Belgiens; der künstliche Baltia-Hügel hebt die Marke auf 700 m

Mémorial du Mardasson (Bastogne)

Sternförmiges Denkmal für die während der Ardennenoffensive 1944/45 gefallenen und verwundeten US-Soldaten; direkt daneben das Bastogne War Museum. Zentraler Erinnerungsort der Schlacht in den Ardennen (Battle of the Bulge).

Anfahrt
Am östlichen Ortsrand von Bastogne, ab dem Zentrum ausgeschildert; Bastogne liegt an der N30 (Lüttich–Bastogne).
Motorrad-Parken
Großer Besucherparkplatz am Mardasson und War Museum, Zweiräder unproblematisch.
Öffnungszeiten
Denkmal (Außenanlage) frei zugänglich; das Bastogne War Museum nebenan mit eigenen Öffnungszeiten und Eintritt

Burg Bouillon (Château de Bouillon)

Mittelalterliche Felsenburg aus dem 11. Jahrhundert hoch über der Stadt Bouillon in einer engen Schleife der Semois; verbunden mit Gottfried von Bouillon, der die Burg 1096 zur Finanzierung des Ersten Kreuzzugs verpfändete.

Anfahrt
Im Semois-Tal in Bouillon (Provinz Luxemburg) an der N83 / Europastraße E46; die Burg thront direkt über dem Altstadtkern.
Motorrad-Parken
Parkplätze am Fuß des Burgfelsens im Ort; von dort kurzer Anstieg zum Burgtor.
Öffnungszeiten
Kostenpflichtige Besucherattraktion mit saisonalen Öffnungszeiten – vor der Anfahrt tagesaktuell prüfen
Höhe/Aussicht
Burgfelsen über dem Semois-Tal (Stadt auf rund 220 m); Blick über Fluss und Altstadt

Gileppe-Talsperre (Barrage de la Gileppe)

64 m hohe Staumauer mit dem 13,5 m hohen Sandstein-Löwen (rund 300 t) auf der Krone und einem 77,6 m hohen Panoramaturm; weiter Blick über den Stausee und die bewaldeten Höhen. Markanter Foto-Stopp am Nordrand der Ardennen.

Anfahrt
Bei Jalhay/Baelen zwischen Eupen und Verviers; die Zufahrt zur Staumauer ist ausgeschildert.
Motorrad-Parken
Besucherparkplatz an der Staumauer beim Panoramaturm.
Öffnungszeiten
Staumauer und Umfeld frei zugänglich; der Panoramaturm hat eigene Öffnungszeiten und Eintritt
Höhe/Aussicht
Staumauer 64 m hoch (Krone 416 m lang); Panoramaturm 77,6 m mit Rundblick über den Stausee

Tombeau du Géant (Point de vue de Botassart)

Bewaldeter Hügel in einer fast geschlossenen Schleife der Semois; vom Aussichtspunkt beim Weiler Botassart fällt der Blick rund 100 m hinab auf die Flussschleife. Einer der bekanntesten Foto-Stopps im Semois-Tal, als Ausnahme-Erbe Walloniens eingestuft.

Anfahrt
Ab Bouillon über die Nebenstraße nach Botassart; der Aussichtspunkt liegt am Ortsrand des Weilers.
Motorrad-Parken
Kleiner Parkplatz und Wendeplatz am Aussichtspunkt; für Motorräder ausreichend.
Öffnungszeiten
frei zugänglich
Höhe/Aussicht
Aussichtspunkt rund 100 m über der Semois; der Hügel selbst überragt den Fluss um etwa 30 m

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