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Ardennen

Natur in den Ardennen

Wald, Wasser und Tierwelt — was sich gerade verändert und wo man es sieht.

Sehenswert

Naturstopps in den Ardennen: Moorbohlenwege, Tabakdörfer, Flussufer

Die Landschaft selbst ist in den Ardennen die Hauptattraktion, und sie wechselt auf engem Raum stark: bewaldete Hochflächen, tief eingeschnittene Flusstäler, offenes Moor.

Die Burg Vianden auf dem Bergrücken über dem bewaldeten Ourtal
Burg Vianden über dem Ourtal am Rand der Ardennen

Das Herzstück im Osten ist der grenzüberschreitende Naturpark Hohes Venn–Eifel (französisch Hautes Fagnes–Eifel), 1971 aus dem belgischen und dem deutschen Teil zusammengeführt. Kilometerlange Bohlenwege führen durch das empfindliche Moor, eines der größten Hochmoore Mitteleuropas – das Naturparkzentrum bei Botrange ist ein guter Ausgangspunkt mit Karten, Ausstellung und Parkplatz. Wichtig: Das Moor ist Naturschutzgebiet, das Verlassen der markierten Wege ist verboten und gefährlich.

Ganz anders die Flusstäler: An der Semois liegen die klassischen Aussichtspunkte bei Membre, Vresse und über der Schleife bei Botassart; schon Victor Hugo soll diesen Winkel des Flusses bewundert haben. Die Region um Vresse-sur-Semois ist vom alten Tabakanbau geprägt, alte Tabaktrockenspeicher stehen noch in den Dörfern. Im Norden Luxemburgs prägt das Our-Tal das Bild, im Westen die Maas bei Dinant. Aussichtspunkte, Stauseeufer und kleine Flussstrände bieten überall natürliche Pausenplätze. Wer Ruhe sucht, findet sie abseits der bekannten Orte schnell – schon wenige Kilometer neben den Hauptachsen wird es spürbar einsamer.

Natur

Hochmoor mit eigener Wetterlage: das Hohe Venn

Das Hohe Venn ist kein Berg, sondern eine flache, windoffene Fläche in Höhenlage, auf der sich seit dem Ende der letzten Eiszeit Torf gebildet hat — stellenweise mehrere Meter mächtig. Ein solches Regenmoor bezieht sein Wasser ausschließlich aus dem Niederschlag, es speichert es und gibt es langsam wieder ab. Genau das erklärt, warum Straßen hier oben nach einem Schauer länger feucht bleiben als im Tal, obwohl die Fahrbahn frei liegt und Wind darüber steht.

Meteorologisch ist die Hochfläche das erste Hindernis, auf das feuchte Westluft nach der norddeutschen und belgischen Tiefebene trifft. Die Luft wird gehoben, kühlt ab, regnet aus — was im Maastal noch als hohe Bewölkung durchgeht, liegt auf dem Venn als geschlossene Nebeldecke. Der Temperaturunterschied zwischen Talgrund und Plateau ist an solchen Tagen so groß, dass eine zusätzliche Lage im Gepäck nicht Vorsicht, sondern Kalkül ist. Dazu kommt der Seitenwind: Auf der baumlosen Fläche gibt es keine Deckung, und die Böe trifft ein Motorrad mit Koffern spürbar anders als im geschützten Waldtal fünf Kilometer weiter.

Zwei Punkte auf der Hochfläche lohnen einen Stopp, weil sie das Klima erzählen. An der Baraque Michel steht das Kreuz der Verlobten, das an ein Paar erinnert, das hier im Schneesturm umkam — ein Denkmal dafür, was diese offene Fläche im Winter bedeutet. Am Mont Rigi liegt eine Forschungsstation, die das Moor seit Jahrzehnten beobachtet. Wichtig für die Planung: Das Naturschutzgebiet wird bei hoher Brandgefahr in Teilen für Besucher gesperrt, die Bohlenwege sind dann tabu. Die Straßen bleiben offen, das Aussteigen und Herumlaufen nicht immer.

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